Was kostet ein Pflegeheim?

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Das Alter ist etwas, dem nur wenige mit Zuversicht entgegensehen. Neben den Befürchtungen vor Krankheit kommt noch die Sorge um die Pflegeheimkosten hinzu.

Viele fragen sich, ob sie sich das überhaupt leisten können und wie die Finanzierung aussieht. Auch Familienangehörige machen sich nicht nur Sorgen, ob man einen Platz in einem guten Pflegeheim bekommt, sondern auch wie viel an Zuzahlung aus eigener Tasche dazu kommen wird.

Kosten für ein Pflegeheim

Wie viel die Unterbringung in einem Pflegeheim oder Altersheim monatlich genau kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt große Preisunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, wobei Nordrhein-Westphalen, Baden-Württemberg und Bayern mit bis zu 4000 Euro im Monat am meisten kosten, wohingegen ein Platz in einem Pflegeheim in Sachsen-Anhalt im Schnitt „nur“ 2.500 Euro kostet.

Diese Zahlen sind Durchschnittszahlen und können im Einzelfall stark abweichen. Am Besten man erbittet Informationsmaterial der Pflegeheime der Umgegend. Es ist nicht ratsam, ein weit entferntes Pflegeheim nur wegen der Kosten zu wählen, denn dadurch verliert man alle sozialen Kontakte des heimatlichen Wohnortes.

Ältere Menschen gehen in der Regel erst dann in ein Pflegeheim, wenn sie sich zu Hause nicht mehr allein versorgen können. Der Fall, dass jemand also ohne jegliche Zuzahlung aus der Pflegeversicherung sämtliche Kosten tragen muss, ist eher selten (so genannte Pflegestufe 0).

Diese Einschätzung obliegt dem Hausarzt des Einzelnen, der ein Gutachten erstellen muss, welches dann ggfs. bei der Krankenkasse einzureichen ist.

Stuft der Arzt seinen Patienten in eine der drei Pflegestufen ein, so kann dieser mit einer Kostenübernahme von rund der Hälfte der Pflegekosten seitens der Pflegeversicherung rechnen. Das macht in der Pflegestufe 1 etwas mehr als 1000 Euro aus, in der Pflegestufe 3 etwas mehr als 1.500 Euro – in besonderen Härtefällen, der so genannten Pflegestufe 3 plus, bis zu 1.800 Euro.

Wer muss dafür aufkommen?

Zunächst einmal muss natürlich der Betroffene selbst für die Unterbringung und Versorgung in einem Pflegeheim aufkommen. Hierzu wird die Pflegeversicherung einen Beitrag leisten, dann wird die Rente des Betroffenen in die Zahlungen einfließen und sollten die Kosten dann immer noch nicht gedeckt sein, wird das Vermögen belastet werden müssen. Betroffene haben hier nur einen sehr geringen Selbstbehalt von rund 2500 Euro Privatvermögen, den sie selbst behalten dürfen und der hier nicht gepfändet werden darf.

Darüber hinaus ist dann in erster Linie ein Ehepartner für die nicht gedeckten Kosten in der Pflicht. Das Sozialamt wird zwar die Kosten erst einmal übernehmen, wird sich aber bald bei den Familienangehörigen melden, um sich das Gezahlte wieder zu holen. Für Kinder besteht erst dann die Pflicht, sich an den Pflegeheimkosten eines Elternteils zu beteiligen, wenn das andere Elternteil nicht zahlen kann oder auch schon verstorben ist. Hierbei gibt es aber einen Schonvermögen sowie einen monatlichen Selbstbehalt, der den eigenen Lebenshaltungskosten Rechnung trägt. Auch ist der Selbstbehalt des Vermögens bei Kindern deutlich höher als bei den Betroffenen.

In jedem Fall empfiehlt sich ein Rechtsbeistand, wenn man eine Zahlungsaufforderung vom Sozialamt erhält.

Verwandte, die nicht in direkter Verwandtschaftsbeziehung nach oben (Eltern, Großeltern) oder unten (Kinder, Enkel) zum Betroffenen stehen, können nicht belangt werden.

Veröffentlicht von

Martin Röder

Altenpfleger, up!-Fahrer, Ape-Fahrer und Blogger!

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