(M)ein Interview mit dem deutschen Berufsverband für Altenpflege e. v. (DBVA)

Wie in vielen anderen Berufen gibt es auch in der Altenpflege oft frustrierende Ereignisse. Das beste Beispiel sind unter anderem die vielen Überstunden bis hin zum streichen des eingereichten Urlaubs, eine unkorrekte Kündigung und noch vieles mehr.

Ich behaupte mal, dass ich sicher nicht der einzige bin, der sich des öfteren Überlegt hat, sich berufspolitisch zu organisieren, sich aber nie wirklich konkret mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.

Für all‘ diese und auch für mich, habe ich den deutschen Berufsverband für Altenpflege e. V. um ein kurzes Interview gebeten:

Meine Fragen an den DBVA

Welche Leistungen bietet mir die Mitgliedschaft im deutschen Berufsverband für Altenpflege e. V. und wodurch unterscheidet sich dieser gegenüber anderen Berufsverbänden?

Der DBVA e.V. tritt für berufliche Interessen von in der Altenpflege tätigen Pflegekräften ein! Er ist der einzige Berufsverband der ausschließlich die Interessen von Altenpflegefachkräften vertritt. Er setzt sich insbesondere für den Erhalt der Altenpflegeausbildung / für eine fachspezifische grundständische Qualifikation ein, für die Rückgewinnung ganzheitlicher Altenpflege, für eine den hohen Ansprüchen der Tätigkeit entsprechende Vergütung etc.

Neben der o. g. Unterscheidung des DBVA e.V. von anderen beruflichen Vertretungen verfolgt der DBVA e.V. eine basisdemokratische Meinungsbildung, jedes Mitglied hat die Möglichkeit seine Ansichten und Meinungen aktiv einzubringen.

Vergünstigte Fort- und Weiterbildungsangebote bei den Kooperationspartnern des DBVA e.V.

Vergünstigung zum Kongress der DGGPP e.V. Plus Ausbildungsveranstaltungen der DAGPP

Bei welchen Belangen kann mir der DBVA helfen? Welches sind die am meisten auftretenden Vorfälle, wo der DBVA seinen Mitgliedern Hilfestellungen bietet? Gibt es auch außergerichtliche Lösungen und Ansätze zur Bewältigung von Problemen und Unstimmigkeiten?

Der DBVA e.V. unterstützt seine Mitglieder in allen beruflichen Belangen, er berät individuell, vermittelt ggf. zwischen Mitgliedern und Arbeitgebern, führt eine Rechtsberatung vorab eines Rechtsstreites durch (direkter Kontakt des Mitgliedes mit der Rechtsberatung des DBVA e.V.), sichert eine rechtliche Vertretung. Diese zielt selbstverständlich auf eine außergerichtliche Lösung ab. Der DBVA e.V. übernimmt aber im Falle einer notwendigen gerichtlichen Auseinandersetzung die Vertretung. Es ist auch möglich, eine selbstgewählte rechtliche Vertretung nach erfolgter Zustimmung zu wählen.

Die meisten aufgetretenen Gründe für die Abfrage der Beratung sind Überlastung im Beruf, Urlaubsgewährung, Krankheit, Dienstpläne / Arbeitszeiten, Arbeitsplatzwechsel, Weiterbildung sowie Fachliche Anforderungen des Arbeitgebers

Welche Kommunikationskanäle bietet mir der DBVA und wie bekomme ich heraus, wer für mich der passende Ansprechpartner ist?

1) Der DBVA e.V. ist über seine Homepage www.dbva.de im Netz vertreten.

2) Die Geschäftsstelle des DBVA e.V. ist täglich unter folgender Rufnummer erreichbar 0 22 62 – 99 99 91 4

3) Bei dringenden Anfragen kann ein sehr zeitnaher Kontakt zu einem Bundesvorstandsmitglied hergestellt werden. Die Mitarbeiter(innen) in der Geschäftsstelle können individuell den passenden Ansprechpartner vermitteln.

4) Ebenfalls kann der Kontakt über info@dbva.de erfolgen

5) Zum Austausch wird einmal im Quartal ein Telefonforum für Mitglieder angeboten, in dem der direkte Kontakt mit einem Bundesvorstandsmitglied / dem Geschäftsführer erfolgen kann.

6) Newsletter informieren die Mitglieder über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten des DBVA e.V.

Seit wann gibt es den DBVA, wie ist der Berufsverband aufgestellt und organisiert?

Der DBVA e.V. wurde im Dezember 1974 von Altenpflegern gegründet.
Anfang der 70er Jahre ergab sich eine hohe Frustration der jungen Berufsgruppe aufgrund der Fehlentwicklungen: Unwissenheit über den Beruf, mangelnde Anerkennung, untere Besoldungsgruppe.
Ein Kontakt zur ÖTV brachte nicht den gewünschten Erfolg und so gründeten 230 Altenpflegerinnen und Altenpfleger den Deutschen Berufsverband für Altenpflege.

Die Schlagworte: „Satt, Sauber, Ruhig“ und „Pflegenotstand“ wurden vom früheren Bundesvorsitzenden Herrn Langkau geprägt.

Herr Langkau bereitete auch den Weg zur bundeseinheitlichen Altenpflegeausbildung. Er begleitete die Entwicklungen des Altenpflegeberufes in den 70er Jahren + die in den späten 80er Jahren entstandene 3-jährige Altenpflegeausbildung im Land NRW. Für die Entwicklung einer bundesweit einheitlichen Regelung, konnte er sich noch 1990 im Verfahren zum bundeseinheitlichen Altenpflegegesetz einbringen. Im weiteren Verlauf der Einführung des Bundesgesetzes brachte der DBVA seine Fachexpertise und Anforderungen an das Gesetz in die Beratungen der Bundesregierung ein.

Er feierte seinen 40. Geburtstag im Dezember 2014 mit einer Veranstaltung in Berlin.

Die Satzung des DBVA e.V. wurde verschlankt, um den Kontakt zwischen Mitgliedern und Bundesvorstand zu fördern.

Welche Aufgaben und Ziele hat sich der DBVA in der Öffentlichkeit gesetzt?

In der Fachöffentlichkeit vertritt der DBVA e.V. den Berufsstand der Altenpflege mit der Forderung des Erhalts und der Weiterentwicklung der fachspezifischen Altenpflegeausbildung. Aufgrund der demographischen Entwicklung sieht der DBVA e.V. die Einführung einer generalistischen Ausbildung als nicht zielführend an.
Hierzu wurde ein breites Bündnis gegründet, in dem Träger von mehr als die Hälfte aller zur Verfügung stehenden Pflegeplätze und weitere Verbände vertreten sind: www.bündnis-für-altenpflege.de

Der DBVA e.V. fordert eine den hohen Anforderungen entsprechende Vergütung. Dieses und die Verbesserung der Rahmenbedingungen altenpflegerischen Handelns konnten z. B. aktiv in der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive der Bundesregierung eingebracht werden.

In den Bundesländern wird derzeit die Einführung einer Pflegekammer diskutiert. Diese erhöhen u.a. den Bürokratismus und führen zu einer Zwangsmitgliedschaft ohne einen erkennbaren Nährwert für den Berufsstand. Die dafür einzusetzenden Mittel müssen dem Berufsstand direkt durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen etc. zugeführt werden.

Was kostet mich die Mitgliedschaft des DBVA und kann ich mich auch aktiv im Verband einbringen? Welche Ämter wären z. B. noch zu besetzen?

Die Beitragssätze des DBVA e.V. belaufen sich bei:

1) ordentlichen Mitgliedern auf 10 EUR / Monat – Sie erhalten zusätzlich anwaltliche Rechtsberatung ohne Selbstbeteiligung sowie Unterstützung bei gerichtlicher und außergerichtlicher Durchsetzung mit einer Selbstbeteiligung von max. 500 EUR pro Fall

2) Schüler, Rentner, Arbeitslose, Frauen in Mutterschaft, geringfügig Beschäftigte zahlen für die Mitgliedschaft 2 EUR – Sie erhalten anwaltliche Rechtsberatung mit einer Selbstbeteiligung von € 10 / Beratungsgespräch.

Die Leistungen werden mit der Zahlung des ersten Jahresbeitrages gewährt, ab dem vierten Jahr der Mitgliedschaft entfällt die Selbstbeteiligung.

Selbstverständlich kann jedes Mitglied sich aktiv einbringen, ob als Sprecher des DBVA e.V. auf Landesebene, im inhaltlichen Austausch, zur Entwicklung von Konzepten und zur Meinungsbildung als basisdemokratisches Instrument, im Bundesvorstand etc.

Veröffentlicht von

Martin Röder

Altenpfleger, up!-Fahrer, Ape-Fahrer und Blogger!

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