Junge Frau am Strand, Yoga

Hilfe für Pflegekräfte – Wenn arbeiten krank macht!

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Die meisten Menschen, die den Pflegeberuf ergreifen, tun dies mit viel Idealismus. Was gerade jungen Auszubildenden dabei häufig nicht klar ist: Der Pflegeberuf ist körperlich und geistig sehr anstrengend. Was in jungen Jahren noch zu verkraften ist, bedeutet für viele ältere Pflegekräfte das vorzeitige berufliche Aus. Eine neue Broschüre zum Thema Berufsunfähigkeit bei Pflegenden widmet sich den hohen Anforderungen des Berufs und informiert über Maßnahmen sich vor Berufsunfähigkeit zu schützen.

Pflegen ist anstrengend

Wer als Pflegekraft arbeitet, weiß wie anstrengend ein normaler Arbeitstag sein kann. Gerade in der ambulanten Pflege herrscht großer Zeitdruck, aber auch in Pflegeheimen haben Pflegekräfte leider nicht immer so viel Zeit für die Pflegebedürftigen, wie sie gerne hätten. Hinzu kommt die körperliche Belastung. Nicht nur Rücken und Gelenke werden in Mitleidenschaft gezogen, wenn immer wieder die gleichen Hebebewegungen durchgeführt werden müssen.

Zwar lassen sich die Belastungen des Berufes durch Hilfsmittel wie Hebevorrichtungen reduzieren. Dennoch gehören Alten- und Krankenpfleger zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Risiko für Berufsunfähigkeit.

So schützen sich Pflegekräfte

Die neue Infobroschüre „Risiko Berufsunfähigkeit – Wenn Pflegen krank macht“ von finanzen.de befasst sich mit der Situation von Pflegekräften. Der Ratgeber wurde in Zusammenarbeit mit Experten wie dem Deutschen Pflegeverband und dem Deutschen Pflegerat erstellt und soll Menschen im Pflegeberuf helfen, die eigene Gesundheit und Arbeitskraft möglichst lange zu bewahren.

Interview: finanzen.de und Martin Röder

Warum ich mich für den Beruf als Altenpfleger entschieden habe?
Ich wollte schon immer gerne mit Menschen arbeiten, sie fördern und unterstützen, mich mit ihnen austauschen und mein medizinisches Interesse vertiefen. Nach meinem ersten Schulpraktikum war es dann klar: Ich werde Pflegekraft!

Wie ich den Pflegenotstand wahrnehme?
Zum Anfang meiner Ausbildung zum Pflegeassistenten war es mir schon bewusst gewesen. Ist jemand vom Pflegeteam erkrankt, gibt es nur wenig Vertretung. In manchen Fällen mussten wir dann sogar ohne einer Vertretung arbeiten.

Dieses Phänomen hat sich bis heute hin immer weiter intensiviert. Ist jemand erkrankt oder wird kein Personal gefunden, müssen die übrigen vom Pflegeteam die Arbeit des fehlenden Kollegens mit übernehmen. Größere Einrichtungen sind eher in der Lage externes Personal in Form von Leiharbeitern oder freiberuflichen Pflegekräften zu ordern als kleinere Pflegedienste.

Ich nehme den Pflegenotstand mit gemischten Gefühlen wahr: Stressig und Nerven aufreibend, aber auch als Chance. Doch zur „Chance“ gibt es später (zum geeigneten Zeitpunkt) mehr in meinem Blog zu erfahren.

Was getan werden sollte, um den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiver zu machen?
Wenn wir hier wirklich von jungen Menschen ausgehen, würde ich ganz klar sagen: Eine attraktivere Bezahlung, passend zu den aktuellen Zuständen. Doch damit ist einem nicht langfristig geholfen. Arbeitgeber oder aber der Staat sollte spezielle Programme für Pflegekräfte anbieten. Eine langfristige Stärkung und Förderung der Arbeitnehmer zur Gesundheit sowie eine Überarbeitung des Pflegeschlüssels. Damit wäre allen geholfen.
Auch den Pflegeempfängern.

Wie ich mit dem Zeitdruck umgehe?
Zuerst kommt der Mensch, dann das Papier (oder aber der Computer)!

Ich bin stets bestrebt, mir alle Zeit zu nehmen, die meine Pflegeempfänger benötigen. Doch oft spielt der Arbeitgeber nicht mit: Mindestens jede zweite Stunde die man länger bleibt, wird nicht oder aber nur sehr sporadisch entlohnt.

Laut einer Studie erreichen ein Drittel der Pflegenden nicht das Rentenalter.

Das ist mein Standpunkt: Es gibt solche und solche. Aber im Großen und Ganzen hat jede Pflegekraft ein chronisches Leiden: Rücken, Füße oder Psyche…


Beitragsbild: Matthew Kane via unsplash.

Veröffentlicht von

Martin Röder

Altenpfleger, up!-Fahrer, Ape-Fahrer und Blogger!

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